Autorenprofil — Anette Becker
Zur Person
Anette Becker wurde im Raum Halle geboren und ist dort aufgewachsen — in Leuna, Halle-Neustadt und Bad Kösen. Sie wollte immer am Meer wohnen und hat sich diesen Wunsch mit 58 Jahren erfüllt. Heute lebt sie auf Rügen, schaut über die Weite der Ostsee zum Horizont und ist nur noch Wind und Meer — und langsam kommen alte und neue Geschichten.
Seit Juli 2025 ist sie in Altersrente — zum ersten Mal seit ihrem sechzehnten Lebensjahr denkt sie nicht mehr in Arbeitstagen und Wochenenden. Ihre Berufsbiografie ist alles andere als gerade: Pferdezüchterin, Krankenpflegerin, Sozialfürsorgerin, nach der Wende Sozialarbeiterin und zehn Jahre lang Schuldner- und Insolvenzberaterin im Raum Hannover. Zuletzt arbeitete sie als Bezugstherapeutin, Systemische Therapeutin und Entspannungstrainerin in psychosomatischen Kliniken — auf Wangerooge und auf Rügen. Ein tieferer Einblick in die verschiedensten Lebenswelten zeigte ihr, wie sich Muster wiederholen, wie schwer es ist zu heilen, was in Generationen zerbrach. Das trägt, was sie jetzt schreibt.
Daneben betreibt sie eine kleine Selbstständigkeit — Wendepunkt Rügen, Coaching- und Potenzalentwicklung sowie Trauerbegleitung. Außerdem produziert sie Audioangebote: Entspannungsreisen und Übungen wie PMR, vertont mit professionell lizenzierter Musik, veröffentlicht über YouTube.
Das Hauptprojekt: »Wie ein Puzzle aus Wind und Salz«
Ihr erstes Buch wird ein autofiktionaler Roman in lyrischer, sinnlich verankerter Prosa — 230 bis 260 Seiten, zu 70 bis 80 Prozent fertig.
Die Protagonistin Sophia ist 63 Jahre alt und lebt auf Rügen. Von dort blickt sie zurück — nicht chronologisch, sondern in Bildern. Kindheit in Leuna, Jugend im Raum Halle, Pflegeheimjahre, Mauerfall, Wendezeit. Das alles ist Stoff — aber nicht das eigentliche Thema.
Das Thema ist stiller und schwerer: Sophia erkennt erst spät, warum sie das Leben gelebt hat, das sie gelebt hat. Dass sie immer wieder emotional unverfügbare Männer angezogen hat. Dass das Muster ihrer emotional eher kühlen Mutter sich in ihr weitergeschrieben hat, jahrzehntelang, ohne dass sie es sah. Rügen ist in diesem Buch kein Rückzugsort — es ist der Ort, an dem das Verstehen endlich Raum bekommt.
Eine Figur durchzieht das Buch wie eine leise innere Spur: Robin, Sophias erste Kindheitsliebe aus Leuna. Später wird er ein bekannter Tennisspieler der DDR. Obwohl die gemeinsame Zeit nur kurz ist, begleitet er Sophia durch ihr von Brüchen geprägtes Leben — weniger als Mensch denn als Erinnerung. Ein Sehnsuchtsanker aus einer Zeit, in der Heimat noch kein Wort war, sondern ein Gefühl. Vielleicht besteht Sophias ganzes Leben aus der Suche nach diesem verlorenen Ort — im Außen wie im Inneren.
Das Nebenprojekt: Ein Märchen